Anzugsweste

Mann mit Anzugsweste

Die Weste im Generellen beschreibt eine ärmellose Oberbekleidung, die mittig offen ist und durch Knöpfe oder einen Reißverschluss verschlossen werden kann. Im süddeutschen Raum werden häufig auch dünne Jacken mit langen Ärmeln, zum Beispiel aus Strick oder Fleece, als Westen bezeichnet. Die klassische Anzugweste in der Herrenmode ist immer ärmellos, sie wird über dem Hemd und unter der Jacke getragen.

Die Entstehung der Anzugweste

Erstmals wurde eine Weste in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts zu einem so genannten Justaucorps, der die Hauptoberbekleidung in der Herrenmode des 17./18. Jahrhunderts war, getragen. Die Weste hat sich aus ihrem Vorgänger, dem Wams, entwickelt. Zunächst trug man Westen dabei meist mit Ärmeln. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts entfielen diese, in dieser Zeit trug man(n) Schoßwesten, die bis zum Knie reichten. Ab der Mitte des 18. Jahrhunderts wurden die Westen immer kürzer, zunächst reichten sie bis zur Hüfte, dann nur noch bis zur Taille. Bis ca. zur Mitte des 20. Jahrhunderts war ein Herrenanzug ohne eine Anzugweste nicht komplett. Heute findet man beide Anzugvarianten: Sowohl solche mit – als auch solche ohne Anzugwesten.



Die Funktion der Anzugweste

Westen erfüllen generell häufig eine Funktion, zum Beispiel zur Warnung, zur Tarnung, zur Rettung, zum Schutz oder zur Wärmeisolierung. In Verbindung mit dem klassischen Anzug funktionieren sie jedoch stoffschützend. Meistens sind sie innen mit einem glatten Stoff, zum Beispiel Satin oder Seide, gefüttert, um das Knittern von Hemd und Anzugsjacke zu verhindern. Gleichzeitig sorgen sie für ein sauberes, seriöses Auftreten und lassen ihren Träger auch ohne Anzugsjacke nicht zu leger erscheinen. Während man in der Businessbekleidung heute nahezu vollständig auf Anzugwesten verzichtet, werden sie zu besonderen Gelegenheiten, wie etwa Hochzeiten oder festlichen Banketts noch gerne getragen.

 

Mit englischer Tradition zum besonderen Stil

In Verbindung mit der Anzugweste besteht die Tradition, den untersten Knopf offen zu tragen. Diese Tradition soll auf Eduard VII. von Großbritannien zurückgehen – allerdings soll er diesen anhaltenden Trend nicht aus stiltechnischen Gründen, sondern aus der Not heraus, den untersten Knopf aufgrund von Übergewicht nicht schließen zu können, verursacht haben.

Interessante Angebote im Bereich Anzugswesten: